Vom Anfang bis zur Gegenwart

Die ersten Schritte

Beseelt von dem Geist des Turnvaters Jahn erfolgte am 7. August 1909 im Gasthaus zum "Adler" in Vöhringen von 18 Männern die Gründung des Turnvereins. Bei dieser Gründung standen eine Reihe gleichgesinnter Turnkameraden aus der Nachbargemeinde Sulz Pate.      
      
Der 1. Vorstand wurde in der Person von Wilhelm Nägele gefunden, unter dessen Leitung der Verein einen beachtlichen Aufstieg nahm. Die unermüdliche Arbeit innerhalb des Vereins führte zur Qualifikation, auf verschiedenen Turnfesten teilnehmen zu können und wurde gekrönt durch zahlreiche schöne Preise. Die Reihe dieser Erfolge wurde unterbrochen durch den unseligen Krieg 1914/1918, der dem turnerischen Leben durch den schmerzlichen Verlust von 15 Aktiven ein vorzeitiges Ende setzte. Trotz dieses Verlustes wurde das Turnen nach dem Kriege unter Männern gleicher Gesinnung und gleichen Geistes wieder in alter Manier auf­genommen. Dafür war nicht nur die Fahnenweihe am 5. Juni 1921, sondern auch die Gründung einer Sängerabteilung innerhalb der eigenen Reihen ein beredtes Zeugnis.      
Der aktiven Arbeit und dem harmonischen Geist wurde in der Blütezeit des Vereins der Erfolg der Teilnahme am Deutschen Turnerfest in Stuttgart 1933 zuteil. Bei diesem Turnfest haben sich die Vöhringer mit einem 1. Preis in der Spitzengruppe der Turner qualifiziert. Als Dank und Anerkennung für diese beachtliche Leistung wurde die große Turngemeinde mit einer Turn- und Festhalle belohnt. In diesen zweckentsprechenden Räumen erfuhr die turnerische Leistung weiteren Auftrieb und manches schöne Turnfest wurde von der neu ins Leben gerufenen Sängerabteilung musikalisch umrahmt.

1930

In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg kam der Fußball auf. Nur vereinzelt fand man an dieser Sportart Gefallen. Es war deshalb ein gewagtes Unternehmen, als 26 sportbegeisterte junge Männer im Juni 1930 den Grundstein für den Fußballverein Vöhringen legten.


Die Gründungsmitglieder des Fußballvereins Vöhringen:

Eugen Bossert, Willy Brodbeck, Hermann Geiser, Emil Heckele, Otto Kienzle, Karl Kipp, Wilhelm Kipp, Alber Kopf, Fritz Kopf, Friedrich Link, Wilhelm Link, Andreas Lupold, Hermann Plocher, Ernst Schäfer, Christian Schäuble, Andreas Schanz, Ernst Schmid, Karl Schmid, Paul Schmid, Willi Schmid, Erwin Schuler, Karl Speidel, Eugen Steidinger, Friedrich Stoll, Otto Trick, Wilhelm Trick

Diese Sportart erfreute sich damals noch nicht der Beliebtheit wie in heutiger Zeit. Die Anhängerschaft war dementsprechend klein. Was wir - und vor allem unsere aktiven Spieler heute als Selbstverständlichkeit betrachten dürfen, war für die damaligen Gründer ein mühevolles Wirken. Es mußte ein Sportplatz hergerichtet, Kleidung und Geräte beschafft und alles aus den eigenen Reihen finanziert werden. Nur wirkliche Idealisten mit einer gesunden sportlichen Einstellung konnten diese Aufgabe meistern.      
      
Ein Jahr später schon wurde die Arbeit der Gründer durch die möglich gewordene Weihe des, damals notdürftig errichteten Sportplatzes, belohnt. Viele neue Mitglieder konnten dem Verein zugeführt werden und bald war für die Abwicklung eines normalen Spielbetriebes der Weg geebnet.      
      
Noch im Gründungsjahr 1930 konnte das erste Verbandsspiel ausgetragen werden. Die Zahl der Mitglieder stieg an und die Aktiven steigerten ihre Leistung. Der Verein blühte auf. Sein Aufgebot umfaßte 5 Mannschaften, als man das Jahr 1932 schrieb. Durch die Aufnahme in den "Fußballverband Schwaben" wurde der Verein anerkannt und trat in den folgenden Jahren mit Freundschafts- und Verbandsspielen erfolgreich an die Öffentlichkeit.      
      
Die politische Umwälzung der dreißiger Jahre brachte auch eine Änderung auf sportlichem Gebiet. Der Reichsbund für Leibesübungen wurde gegründet mit dem Bestreben, alle sporttreibenden Vereine zusammenzuschließen.      
      
Im Zuge dieser Entwicklung erfolgte unter Vorsitz von Bürgermeister Kopp im Jahre 1938 anläßlich der Turn- und Festhalleneinweihung die Vereinigung des Turn- und Sportvereins zu der "Sportgemeinschaft" Vöhringen.

1940

Der gemeinsame Weg war zunächst nur kurz, denn im Spätjahr 1939 unterbrach der 2. große Krieg das Vereinsleben zum wiederholten Male. Trotz zahlreichen persönlichen Verlusten in den Reihen der Sportler, der politischen Umwälzung als Folge des verlorenen Krieges und den fehlenden Mitteln haben aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrte Idealisten und Männer der jungen Generation sich zusammengefunden und den Sportgedanken weitergetragen.

Zwar war der Sport bei der Besatzungsmacht, aus bekannten Gründen, kein beliebtes Diskussionsthema. Die gemeinsamen Bemühungen der Vöhringer Bürger führten jedoch soweit, dass wenigstens im Jahre 1946 der Fußballsport als unbedenklich zugelassen wurde. Im Jahre 1947 wurde unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Richard Lehmann der Fußball wieder ins Leben gerufen.

1950

Durch diesen Vorgang ermutigt, versuchten auch die aktiven Turner im Jahre 1948 über das Kultusministerium eine Erlaubnis für das ihnen lieb gewordene Turnen zu erreichen. Die Ablehnung dieses verständlichen Wunsches hatte sie jedoch keineswegs entmutigt. Im kleinen Kreis wurde weitergeturnt und diese Unentwegten führten nach offizieller Billigung im Jahre 1952 die alte Turnergemeinde wieder zusammen. Endlich war der Weg für die beiden Sparten Turnen und Fußball wieder frei.

Die Freude über das Wiederaufleben des Sportes war jedoch von kurzer Dauer. Die späte Nachkriegszeit mit ihren - zumindest für den Sportgeist - nachteiligen soziologischen Auswirkungen, erforderte alle Anstrengung der "alten Generation" um den Anfangserfolg auf turnerischem Gebiet zu festigen. Erst dem persönlichen Einsatz von zwei Lehrerinnen und die Beschaffung von Turngeräten führte im Jahre 1960 wieder zur Blüte des Turnens, wenn es auch vornehmlich auf das Damenturnen beschränkt blieb. Die Arbeit unserer Turnerinnen wurde belohnt mit mannigfachen Einzelpreisen und einem 1. Preis beim Gauturnfest im Juni 1962 in Freudenstadt.

Der Fußball wurde wie überall, auch in unserer Gemeinde zu einer sehr beliebten Sportart, wenngleich auch viele Anfangsschwierigkeiten zu überwinden waren. Im Jahre 1956 wurde die Sportplatzanlage großzügig ausgebaut und der Versuch mit einem Sandplatz gewagt. Die daran geknüpften Erwartungen erfüllten sich leider nicht in erhofftem Maße.

In der Folgezeit haben sich die Fußballer bis In die Spitze der A-Klasse vorgearbeitet und sich behaupten können.

1960

Die Umgestaltung des Sportplatzes wurde im Jahre 1960 neu in Angriff genommen. In erfolgreichem Zusammenwirken von Gemeindeverwaltung und Vereinsleitung wurde unter Aufbietung vieler Mittel und Mühe die stadionartige Platzanlage(in dieser Gegend ein einzigartiges Stadion) geschaffen, um den Menschen unserer Gemeinde eine echte Voraussetzung zur Ausübung des Sportes zu geben. Diese Sportanlage wurde im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums eingeweiht.

Ein weiteres Ziel war die Schaffung eines Ausweichsportplatzes, was im Jahr 1964 verwirklicht wurde. Die Einweihung wurde aber durch einen tragischen Unglücksfall überschattet.

Das Bild eines Stadions vervollständigte die im Jahre 1968 gebaute Zuschauertribüne. Dies wurde aber nur mit viel Eigenleistung und großen Spenden ermöglicht. Ein weiteres Jahr später wurde die Abteilung Tischtennis ins Vereinsleben der Sportgemeinschaft integriert.

1970

Das 40-jährige Jubiläum wurde im Jahr 1970 mit einem großen Fest und einem attraktiven Fußballprogramm gebührend gefeiert. Zwei Jahre später wurde das Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender Andreas Lupold für seine großen Verdienste um den Verein und die Gesellschaft zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im sportlichen Bereich mußte unsere Vertretung leider im Jahr 1975 von der A-Klasse in die eine Stufe tiefer spielende B-Klasse absteigen, was der Kameradschaft innerhalb des Vereins aber keinen Abbruch tat.

Ein Trauerjahr war das Jahr 1979. Unerwartet verstarb der Ehrenvorsitzende Andreas Lupold, was für die Sportgemeinschaft Vöhringen einen schweren Verlust darstellte.

1980

Der Verein feierte im Jahr 1980 das 50-jährige Jubiläum. Diese Feierlichkeit war der Anlaß für ein großes Pokalturnier und wurde von einem großen Unterhaltungsprogramm umrahmt. Zudem wurde im selben Jahr eine Flutlichtanlage, mit viel Engagement, auf dem Ausweichsportplatz erstellt. Diese Trainingsbedingungen waren mitunter ausschlaggebend für den Aufstieg der ersten Mannschaft von der Kreisliga A in die Bezirkliga im Spieljahr 1980/81.

Der Verein hatte mit den Jahren zunehmend mit Spielermangel im Jugendbereich zu kämpfen, was auf die geburtenschwachen Jahrgänge zurückzuführen war. So entschloß man sich im Spieljahr 1986/87 mit den Nachbarvereinen TSG Wittershausen und VfB Sigmarswangen eine Spielgemeinschaft mit der A-Jugend und B-Jugend zu bilden. Die hervorragende Jugendarbeit in Vöhringen konnte sich so weiterentwickeln.

Den Höhepunkt im sportlichen Bereich erlebte die Sportgemeinschaft Vöhringen im Spieljahr 1987/88. Die erste Mannschaft schaffte den Aufstieg von der Bezirksliga in die Landesliga. Dies stellte die Verantwortlichen der Sportgemeinschaft vor schwere Aufgaben in verschiedenen Bereichen. Leider mußte unsere Mannschaft ein Jahr später nach großem Kampf wieder den Abstieg in die Bezirksliga antreten.

Im Jahr 1989 wurde der ausscheidende 1. Vorsitzende Manfred Neu für langjährige Vereinstätigkeit geehrt und zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1990

Die Sportgemeinschaft Vöhringen feierte im Jahr 1990 das 60-jährige Jubiläum verbunden mit der Ausrichtung des 16. Mühlbach-Pokalturnieres. Außerdem konnte in diesem Jahr die Tischtennis-Abteilung ihr 20-jähriges Bestehen feiern und richtete das 1. Mühlbach-Pokalturnier im Tischtennis aus.

Die 90er Jahre waren geprägt vom Sportheim- und Sportplatzbau. Im Juni 1992 erfolgte der Spatenstich. Unter der Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden Manfred Schlotterbeck und des Geschäftsführers Michael Dittmann wurde kräftig zugepackt. Manchmal bis zur Grenze des Erträglichen. Viele freiwillige Helfer waren über die ganzen Jahre engagiert im Einsatz damit dann endlich im September 1995 das 1. Bier im Sportheim gezapft werden konnte. Außerdem konnte der Trainingsbetrieb auf dem neuen Sportplatz aufgenommen werden. Somit verfügt nun die Sportgemeinschaft Vöhringen über eine sehr schöne Sportanlage.

Sportlich verliefen die 90er Jahre eher durchwachsen. Ein Tiefpunkt war das Jahr 1997 mit dem Abstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga A. Allerdings konnte man zwei Jahre später wieder den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen.

Auch die Jugendabteilung konnte einige schöne Erfolge verbuchen. Höhepunkt ist die Bezirksmeisterschaft der A-Jugend im abgelaufenen Spieljahr und der Aufstieg in die Verbandsstaffel.

Im Jahr 1999 beendete Manfred Schlotterbeck, nach 10 Jahren, seine Tätigkeit als 1. Vorsitzender. Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Vorsitzende Thomas Trudel.

2000

Nach 16 Jahren übergab Wolfgang Fittig 2002 das Amt des Jugendleiters an Wolfgang Cmelik. Die Jugendarbeit war weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben der Vereinsführung. So konnte die Anzahl der Jugendspieler aus Vöhringen auf rund 150 erhöht werden. Dies war auch die Grundlage der nächsten Jahre für die aktiven Mannschaften.

2004 wurde beschlossen, einen Anbau an die Tribüne zu erstellen. Mit diesen Räumen war es nun möglich, Jugend Tore und Geräte wie den Rasenmäher sicher unterzubringen und vor der Witterung zu schützen. Auch bei diesem Bau waren insgesamt rund 800 Stunden von freiwilligen Helfern notwendig. Bereits in diesem Jahr konnte der Anbau fertig gestellt werden.

Den sportlich wohl größten Erfolg in der Vereinsgeschichte der SG Vöhringen feierten die beiden aktiven Mannschaften im Jubiläumsjahr 2005. Die 1. Mannschaft wurde Meister in der Bezirksliga „Nördlicher Schwarzwald" und schaffte somit den Aufstieg in die Landesliga. Die 2. Mannschaft legte eine souveräne Spielrunde hin und wurde bereits 4 Spieltage vor Rundenschluss Meister der Kreisliga B III verbunden mit dem Aufstieg in die Kreisliga A.

2010

Allerdings musste man im folgenden Jahr den Abstieg der 1. Mannschaft aus der Landesliga hinnehmen. Die 2. Mannschaft konnte sich in der Kreisliga A behaupten und belegte einen respektablen 4. Platz. In den folgenden Jahren spielte die 1. Mannschaft erfolgreich in der Bezirksliga um die vorderen Plätze mit. Im Jahr 2008 konnte man zum vierten mal den Bezirkspokal gewinnen. Im selben Jahr spielte man in der Aufstiegs-Relegation zur Landesliga, die jedoch gleich im ersten Spiel ein Ende fand. In den folgenden Jahren näherte man sich immer weiter dem Tabellenende, bis man im Jahr 2013 dann aus der Bezirksliga abgestiegen ist. Im folgenden Jahr konnte man in der Relegation wieder in die Bezirksliga aufsteigen.

Die 2. Mannschaft rutschte in der Tabelle der Kreisliga A von Jahr zu Jahr immer weiter ab, bis im dritten Jahr der Abstieg nicht mehr zu verhindern war. Im zweiten Jahr in der Kreisliga B belegte man den 2. Platz, was zu Aufstiegs-Relegation zur Kreisliga A berechtigte. Überraschenderweise setzte man sich da in zwei Spielen gegen stärker einzuschätzende Gegner durch. Im darauf folgenden Jahr ist man jedoch wieder abgestiegen. So spielt die 1. Mannschaft seither in der Bezirksliga u. die 2. Mannschaft in der Kreisliga B.

Diese Jahre waren auch geprägt von einem starken Wechsel in der Vorstandschaft. So beendete Thomas Trudel 2011, nach 11 Jahren, seine Tätigkeit als 1. Vorsitzender. Er übergab sein Posten an den bisherigen 2. Vorsitzenden Alfred Schmid. Aus gesundheitlichen Gründen musste Alfred Schmid diesen Posten 2014 wieder abgeben. Es übernahm der bisherige Geschäftsführer Armin Ullmann.

Aus verschiedenen Gründen hat man sich 2012 dazu entschlossen in der Jugend mit fünf weiteren Vereinen eine SGM zu bilden. Somit bestanden die Jugendmannschaften aus Spielern der Vereine SG Vöhringen, VFB Sigmarswangen, TSG Wittershausen, SV Bergfelden, SG Mühlheim/Renfrizhausen u. SV Heiligenzimmern. In der Zwischenzeit sind in dieser Kooperation nur noch die SG Vöhringen, SV Bergfelden u. SV Heiligenzimmern tätig.

Der ehemalige 1. Vorsitzende Thomas Trudel, unter dem wohl die größten Erfolge der SG Vöhringen gefeiert wurden, verstarb 2015.

 

Es sollte allen auch weiterhin ein Bestreben sein die Farben Blau und Weiß in Ehren zu halten und mit Würde zu vertreten.

Für die Zukunft gelten unsere Hoffnungen und guten Wünsche einer sportbegeisterten Jugend in einer blühenden Sportgemeinschaft.

 

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